- 1:Info & Termine.
- 2:BewegtSein & Balance.
- 3:Spiritualität & Lebenskunst.
- 4:Körper & Psyche.
- 5:Gesundheit & Ernährung.
- 5.1:Artgerechte Ernährung.
- 5.2:Zeitgemäße Ernährung.
- 5.3:Vegetarische Ernährung.
- 5.4:Ernährungsmedizin.
- 6:Erde & Mensch.
- 7:Web & More.
- 8:Links & Empfehlungen.
- 9:Michael Ditsch.
Weiterführende Literatur

- Die Steinzeit steckt uns in den Knochen
Gesundheit als Erbe der Evolution
Detlev Ganten, Thilo Spahl, Thomas Deichmann
Piper 2011

- Warum die Menschen sesshaft wurden
Das größte Rätsel unserer Geschichte
Josef Reichholf
Fischer 2010

- Europäische Esskultur
Eine Geschichte der Ernährung von der Steinzeit bis heute
Gunther Hirschfelder
Campus 2005

- Syndrom X oder Ein Mammut auf den Teller!
Mit Steinzeitdiät aus der Wohlstandsfalle
Nicolai Worm
Systemed 2004
Artgerechte Ernährung
Die Steinzeit steckt uns in den Knochen

Der Koala lebt in den Eukalyptuswäldern Australiens und ernährt sich fast ausschließlich von Blättern, Rinde und Früchten bestimmter Eukalyptusarten. Der Gepard lebt in den Savannen und Steppen Afrikas und ernährt sich hauptsächlich von Gazellen und Antilopen. Der Mensch lebt fast überall und ernährt sich von fast allem. Tobias Lechler bemerkt daher zu Recht: "Eine art- oder gengerechte Ernährung des Menschen zu definieren, ist eine äußerst schwierige Aufgabe, da der Mensch hinsichtlich seiner Nahrungsquellen extrem flexibel ist." (Lechler, 2001, S. 183). Eventuelle Hinweise zur artgerechten Ernährung des Menschen könnten Untersuchungen über heutige Jäger- und Sammlervölker, der Paläoanthropologie, der menschlichen Physiologie, und der Primaten ergeben. Allerdings zeigen die Ausführungen von Tobias Lechler, dass sich eindeutige Aussagen daraus nicht ableiten lassen.
- Heutige Jäger- und Sammlervölker
"Werden die Ernährungsgewohnheiten der heute noch von der Zivilisation unberührten menschlichen Lebensgemeinschaften (Naturvölker), die bis zu Anfang oder Mitte des20. Jh unter steinzeitlichen Bedingungen lebten, im Vergleich zu denjenigen in Industrieländern betrachtet, fällt auf, dass der Anteil pflanzlicher und tierischer Lebensmittel erheblich variert." (Lechler, 2001, S. 13) - Paläoanthropologie
"Der Verlauf der Hominidenentwicklung ist in ihren subhumanen und humanen Phasen nur sehr lückenhaft durch fossile Funde dokumentiert. Fest steht aber, dass die Geschichte des Menschen mit dem Aufstieg der Hominiden vor etwa 5 Mio Jahren beginnt." (Lechler, 2001, S. 54)
"Kein einziges der bisher entworfenen Modelle zur Evolution des Menschen lässt sich ausreichend belegen. ... Die Saisonalität der hominiden-typischen Lebensräume (Savanne) machte nicht nur eine komplexe und flexible Ernährungsstrategie notwendig, sondern ebenso ein breites Nahrungsangebot und eine hohe Mobilität, da diese Landschaftstypen sich durch eine im Vergleich zum tropischen Regenwald niedrige Qualität der Pflanzennahrung auszeichnen." (Lechler, 2001, S. 68) - Physiologie
"Die Dominanz des Dünndarms in Verbindung mit dem einkämmrigen Magen beim Menschen legt Anpassungsprozesse an eine qualitativ hochwertige und energiedichte Nahrung nahe. Sie lässt vermuten, dass humane Vorfahren den Schwerpunkt ihres Nahrungsspektrums auf Früchte und tierische Nahrungsquellen legten." (Lechler, 2001, S. 177)
"... lässt sich der Verdauungstrakt des Menschen weder in die Kategorie eines "Fleischfressers" noch einer anderen Kategorie zuordnen." (Lechler, 2001, S. 175) - Primaten
"Grundnahrungsmittel sind tierisches Nahrungsgut wie Insekten und Gliedertiere, gelegentlich auch kleine Säugetiere (Faunivorie), Früchte (Frugivorie) oder Blätter (Foliovorie). Kein einziger Primate ernährt sich nur insektivor, frugivor oder foliovor. Diese Flexibilität in der Nahrungsauswahl ist bei Säugetieren einmalig und tritt bei Primaten nicht nur innerhalb einer Spezies auf, sondern variiert auch zwischen den Spezies." (Lechler, 2001, S. 145)
"D.h. der Mensch wäre von Natur aus prinzipiell so frei in seiner Nahrungswahl, dass er theoretisch ohne negativen Folgen energie-liefernde und nicht-energieliefernde Substrate in jeglicher Form aufnehmen könnte, sofern sie in ausreichender Menge im Nahrungsgut enthalten sind, d.h. zur Deckung des Energiebedarfs ausreichen. Diese Auffassung ist jedoch angesichts der Anzahl der ernährungsabhängigen Krankheiten in Industrieländern so kaum haltbar; es sei denn, westliche Bevölkerungsgruppen würden im selben Ausmaß körperlich aktiv sein wie die Naturvölker." (Lechler, 2001, S. 200)
- Die Ernährung als Einflussfaktor auf die Evolution des Menschen
Tobias Lechler, Dissertation, Universität Hannover, 2001 - Evolutionäre Ernährungswissenschaft und "steinzeitliche" Ernährungsempfehlungen - Stein der alimentären Weisheit oder Stein des Anstoßes? Teil 1: Konzept, Begründung und paläoanthropologische Befunde, Alexander Ströhle, Andreas Hahn, Ernährungs-Umschau 53 (2006) Heft 1 S.10. Teil 2: Ethnographische Befunde und ernährungswissenschaftliche Implikationen, Alexander Ströhle, Andreas Hahn, Ernährungs-Umschau 53 (2006) Heft 2 S. 52
Koevolution von Ernährungsweise und Genen
- Die Geschichte der Menschheit war von einer Reihe kultureller Umbrüche geprägt. In enger Verzahnung damit veränderte sich unser Erbgut. Auf diese Weise kam es zu einer Koevolution von Kultur und Genen.
- So waren die Frühmenschen dank eines vergrößerten Gehirns in der Lage, raffinierte Werkzeuge anzufertigen. Diese wiederum ermöglichten ihnen - ebenso wie die Nutzung des Feuers - genügend hochwertige Nahrung für das besonders energiehungrige Organ zu beschaffen und aufzuschließen.
- Auch die Umstellung auf landwirtschaftliche Produkte während der neolithischen Revolution gelang nur im Verein mit genetischen Wandel. Insbesondere vervielfachte sich das Gen für das Enzym Amylase, das Stärke zu Zucker abbaut und auch in den Speicheldrüsen wirkt. Desgleichen sorgten bei Bevölkerungsgruppen, die Milchwirtschaft betrieben, Mutationen im Umfeld des Laktasegens dafür, dass Milchzucker auch von Erwachsenen verdaut werden konnte.
Spektrum der Wissenschaft, Oktober 2011, S. 62
www.spektrum.de/artikel/1121039

Lesetipp
Zu Urzeiten entwickelt sich ein Lebewesen in den Savannen Afrikas, das sich von allen anderen unterscheidet und das die Erde verändern wird, wie kein zweites: der Mensch. GEOkompakt erzählt die Geschichte des Menschen: von seiner Entstehung in Afrika über seine Ausbreitung in fast alle Winkel der Erde bis zu jener landwirtschaftlichen Revolution, die ihn sesshaft machte. GEOkompakt Nr. 24 - 09/10 - Wie der Mensch die Erde eroberte. © Text und Bild GEOkompakt
Mehr Informationen
Zeitgemäße Ernährung bei michaelditsch.de- Steinzeit bei Wikipedia
de.wikipedia.org/wiki/Steinzeit - Steinzeiternährung bei Wikipedia
de.wikipedia.org/wiki/Steinzeiternährung - Ernährung des Menschen bei Wikipedia
de.wikipedia.org/wiki/Ernährung_des_Menschen - Neolithische Revolution bei Wikipedia
de.wikipedia.org/wiki/Neolithische_Revolution
Zeitmarken menschlicher Evolution
- vor 3 bis 2 Millionen Jahren
Aus einer Art der Gattung Australopithecus entwickelten sich die ersten Vertreter der Gattung Homo. Effiziente, durch effektive Werkzeugbenutzung unterstützte Allesfresser. Zielgerichteter Gebrauch des Feuers durch Homo erectus. Erfindung des Kochens vor ca. 1,9 Millionen Jahren. - vor 200.000 bis 100.000 Jahren
Entwicklung des modernen Menschen - Homo sapiens. - vor 10.000 bis 8000 Jahren
Neolithisierung (neolithische Revolution) und damit beginnende Jungsteinzeit mit tiefgreifenden Veränderungen in der Wirtschaftsweise. Hauptmerkmale sind domestizierte Tiere und Pflanzen sowie die durch den Ackerbau bedingte Sesshaftigkeit. Erste Versuche der Metallbearbeitung.
(Quelle Wikipedia)
