- 1:Info & Termine.
- 2:BewegtSein & Balance.
- 3:Spiritualität & Lebenskunst.
- 4:Körper & Psyche.
- 5:Gesundheit & Ernährung.
- 5.1:Artgerechte Ernährung.
- 5.2:Zeitgemäße Ernährung.
- 5.3:Vegetarische Ernährung.
- 5.4:Ernährungsmedizin.
- 6:Erde & Mensch.
- 7:Web & More.
- 8:Links & Empfehlungen.
- 9:Michael Ditsch.
Weiterführende Literatur

- Handbuch Welternährung
Weingärtner, Trentmann, Deutsche Welthungerhilfe e.V.
Campus 2011

- Vollwert-Ernährung
K. von Koerber, T. Männle, C. Leitzmann
Haug 2007

- Vegetarische Ernährung
Leitzmann, Claus; Keller, Markus
Ulmer 2010

- Die 101 wichtigsten Fragen: Gesunde Ernährung
Claus Leitzmann
C.H. Beck 2010
Zeitgemäße Ernährung
Grundsätze für eine nachhaltige Ernährung

Im Gegensatz zu Pflanzen und Tieren sind dem Menschen bei der Art und Weise seiner Ernährung und Nahrungsbeschaffung kaum Grenzen gesetzt. War der Mensch evolutionsbiologisch bereits als vielseitiger Omnivore (Allesfresser) in vielen geographischen Regionen überlebensfähig, haben sich seit der neolithischen Revolution die Möglichkeiten durch Ackerbau und Viehwirtschaft enorm erweitert. Die industrielle Erzeugung von Nahrung hat das Spektrum verfügbarer Lebensmittel zusätzlich gesteigert. Der Mensch ist daher nicht, wie andere Lebewesen, an eine
artgerechte Ernährung gebunden. Die vielfältigen Möglichkeiten der heutigen Ernährung zeigt allein schon der Gang durch einen Supermarkt. Stellt sich also die Frage, wie in unseren modernen westlichen Gesellschaften eine zeitgemäße Ernährung definiert werden könnte?
Neben der reinen Zufuhr von Kalorien und Nährstoffen für die Aufrechterhaltung der Lebensfunktionen des Körpers hat die Ernährung des Menschen heute eine Bedeutung, welche weit über Fragen der individuellen Gesundheit und des Genusses hinausgeht. In unserer modernen, globalisierten und vernetzten Welt hat die Beschäftigung mit der eigenen Ernährung immer auch eine ökonomische, politische und ökologische Dimension.
"Die Produktions- und Ernährungsmuster der westlichen Welt sind durch allgemeinen Überfluss und Verschwendung, enormen Energieverbrauch, eine hoch industrialisierte Nahrungsmittelproduktion und zum Teil qualitätsarmen Konsum geprägt. Die Menschen haben zwar ausreichend Kalorien zur Verfügung; sie nehmen sogar ein Vielfaches dessen auf, was sie eigentlich benötigen. Eine angemessene Nahrungszusammensetzung ist damit aber längst nicht gewährleistet. Die Verhaltensweisen und Konsummuster der Wohlhabenden dieser Welt sind demnach nicht die Lösung für die Probleme der Zukunft, sondern Teil der Krise.
Statt um weiteres Wachstum muss es darum gehen, eine nachhaltige Ernährung sicherzustellen. Nicht nur die Wahl der Lebensmittel ist dabei wichtig. Auch Ressourcenverbrauch, Herstellung, Handel, Transport und Verwertung sind wichtige Kriterien im Rahmen der weltweiten Nahrungs- und Ernährungssicherung.
Die Welt braucht - in den postindustriellen Gesellschaften genauso wie in den Schwellen und Entwicklungsländern - eine andere Lebensweise, die trotz aller lokalen Differenzierung mithilfe einer nachhaltigen Landwirtschaft global eine gerechte Verteilung von Ressourcen begünstigt, Umwelt- und Artenschutz sichert, die Gesundheit und die Bildungschancen verbessert. Ein solcher Wandel von Konsummustern und Lebensgewohnheiten kann nicht über Nacht entstehen. Zugleich drängt die Zeit." Handbuch Welternährung; Weingärtner, Trentmann, Deutsche Welthungerhilfe e.V.; Campus; 2011; S. 135
Grundsätze für eine nachhaltige Ernährung
- Überwiegend pflanzliche Lebensmittel
- Gering verarbeitete Lebensmittel
- Ökologisch erzeugte Lebensmittel
- Regionale und saisonale Erzeugnisse
- Umweltverträglich verpackte Lebensmittel
- Fair gehandelte Lebensmittel
- Genussvolle und bekömliche Speise
"Da die Verbraucher das letzte Glied in der Produktkette sind und durch ihr Kaufverhalten mit darüber entscheiden, was in den vorgelagerten Gliedern der Produktkette erfolgt, können sie durch die Umsetzung der genannten Empfehlungen entscheidende Weichen für eine nachhaltige Entwicklung stellen." Ernährungsökologie - Komplexen Herausforderungen integrativ begegnen; Ingrid Hoffmann, Katja Schneider, Claus Leitzmann; 2011; S. 154

Buchtipp
Ob Armut, Übergewicht oder Klimawandel – viele der globalen Probleme unserer Zeit haben einen direkten oder indirekten Bezug zur Ernährung. Einfache Lösungen, die vernachlässigen, dass solche Probleme durch eine Vielzahl von Faktoren bestimmt werden, die miteinander in Wechselwirkung stehen, führen oft nicht zum erhofften Erfolg. Sie können die Probleme sogar verschlimmern oder neue Probleme schaffen: Ein Beispiel ist die Verschärfung der Nahrungsmittelknappheit durch den Anbau von Pflanzen zur Energiegewinnung, um dem Problem der Ressourcenknappheit zu begegnen.
Die Ernährungsökologie erforscht als lösungsorientierter Ansatz den Umgang mit Komplexität im Bereich Ernährung. Sie bezieht die Dimensionen Gesundheit, Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft entlang der gesamten Produktkette sowie deren Interaktionen ein, um integrative Lösungsansätze für komplexe Probleme zu entwickeln. Das Buch führt in das Konzept der Ernährungsökologie ein. Es zeigt, welcher Erkenntnisgewinn und welches Potenzial für Problemlösungen darin liegt, Fragen der Ernährung als komplexe und mehrdimensionale Phänomene zu begreifen. Für die Entwicklung integrativer Lösungen werden theoretische und methodische Elemente der Ernährungsökologie vorgestellt. © Text und Bild Oekom. Ernährungsökologie - Komplexen Herausforderungen integrativ begegnen; Ingrid Hoffmann, Katja Schneider, Claus Leitzmann (Hrsg.); Oekom, 2011

Buchtipp
Der Mensch gehört von der Konsititution seiner Verdauungsorgane her zu den Omnivoren, den Allesfressern. Das war in der Evolution sicherlich nützlich. Doch das heutige Überangebot von Nahrungsmitteln in Supermärkten und Schnellrestaurants bringt nicht nur ihn selbst körperlich an den Rand des Abgrunds, sondern ruiniert auch noch seinen Lebensraum und sein soziales Umfeld. Mit Biss und investigativer Recherche sieht sich Pollan um, wie unsere Nahrungsmittel hergestellt und verarbeitet werden, vom Maisfeld über Cheeseburger mit Pommes bis zum Öko-Menü. Er öffnet uns die Augen für unser gestörtes Essverhalten und für den Weg zurück zu Einfachheit und Genuss. Das Omnivoren-Dilemma - Wie sich die Industrie der Lebensmittel bemächtigte und warum Essen so kompliziert wurde, Michael Pollan, Goldmann Arkana, 2011. © Text und Bild Goldmann Arkana
Mehr Informationen
Artgerechte Ernährung bei michaelditsch.de- Ernährungsökologie bei Wikipedia
de.wikipedia.org/wiki/Ernährungsökologie - Ernährung des Menschen bei Wikipedia
de.wikipedia.org/wiki/Ernährung_des_Menschen - Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.
www.dge.de
