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Buchtipp: "Ich denke, also spinn ich" von Mai/Rettig
Kategorie: Körper & PsycheWarum wir uns oft anders verhalten, als wir wollen
Jo-Jo-Effekt haben viele am eigenen Leib leidvoll nach einer Diät erfahren, aber kennen Sie auch den Fischteich-Effekt, das Mona-Lisa-Syndrom oder das TINAPrinzip? Über zahlreiche psychologische Gesetze und Phänomene wissen wir wenig, dabei bestimmen sie tagtäglich unser Verhalten, beeinflussen Entscheidungen oder machen uns anfällig für Manipulationen. Jochen Mai und Daniel Rettig zeigen, wie wir im Leben, in der Liebe und im Alltag ticken. Ich denke, also spinn ich, Jochen Mai und Daniel Rettig, dtv premium, 2011
© Bild und Text dtv
Kommentar:
Da haben die Autoren Jochen Mai und Daniel Retting eine Fleißarbeit abgeliefert. Über 100 neurobiologische und psychologische Effekte werden in dem Taschenbuch aufgeführt. Das Buch ist nicht zum Lesen von vorne nach hinten gedacht, sondern lädt zum Blättern und Rumstöbern ein. Die vielfältigen Effekte werden im Buch thematisch in Kapitel gegliedert:
- Freud und Leid: Wie wir leben
- Kopf und Kragen: Wie wir fühlen
- Fleisch und Blut: Wie wir lieben
- Brot und Spiele: Wie wir konsumieren
- Art und Weise: Wie wir denken
- Fix und fertig: Wie wir entscheiden
- Pauken und Trompeten: Wie wir lernen
- Ort und Stelle: Wie wir arbeiten
- Einzig und artig: Wie wir kooperieren
- Rang und Namen: Wie wir gewinnen
- Schloss und Gitter: Wie uns Medien beeinflussen
Sehr praktisch ist die Übersicht "Für schnelle Aha-Effekte" am Ende jedes Kapitels.
Wer regelmäßig psychologische Schriften liest wird die meisten der genannten Effekte schon kennen. Unterhaltsam und anregend zu lesen ist die übersichtliche Zusammenstellung trotzdem. Auch die fehlenden Anmerkungen und Quellenangaben sind deshalb zu verschmerzen.
Interessant auch die Schlußfolgerungen, welche im Vorwort des Buches zu finden sind:
"Die traurige Wahrheit ist: Wir Menschen sind so. Manipulierbar bis in die Haarspitzen, vielfach ferngesteuert oder schon ganz auf Autopilot." S. 16
"All die Studien, all die Effekte und psychosozialen Gesetzmäßigkeiten, die wir zusammengetragen haben, nähren erhebliche Zweifel daran, dass der Mensch tatsächlich so etwas wie ein rationales Wesen ist, das seine Entscheidungen stets bewusst und im Einklang mit seinem Gewissen fällt. Stattdessen deuten die über die Jahre hinweg dokumentieren Wirkungsweisen auf einen fundamentalen Einfluss unseres Unterbewusstseins sowie unterschwelliger Reize hin, die unser Handeln mehr steuern als unser Verstand. Kurz: Es geht um die heimliche Macht der Effekte. Oder wie es Arthur Schopenhauer einmal auf den Punkt brachte: 'Der Mensch ist frei zu tun, was immer er will. Aber er ist nicht frei darin, zu wählen, was er will.'" S. 18
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