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Buchtipp: Sarah Blaffer Hrdy "Mütter und Andere"

Kategorie: Körper & Psyche

Von: Michael Ditsch

Wie die Evolution uns zu sozialen Wesen gemacht hat

Sarah Blaffer Hrdy - Mütter und Andere

Für die Soziobiologin Sarah Blaffer Hrdy liegt der Ursprung unseres sozialen Verhaltens gerade nicht im Kampf gegen gemeinsame Feinde oder Konkurrenten, wie die klassische Anthropologie lange Zeit angenommen hat, sondern in gemeinschaftlicher Kindererziehung. Angesichts knapper Ressourcen waren steinzeitliche Mütter (und Väter) auf Hilfe anderer angewiesen. Um sich die Aufmerksamkeit und Fürsorge dieser sogenannten Allomütter zu sichern, entwickelten sich Menschenbabys zu wahren Stimmungsexperten, die Emotionen und Gesichtsausdrücke anderer meisterhaft deuten konnten. Daraus ergaben sich wiederum die einzigartigen menschlichen Fähigkeiten zur Empathie und zur Kooperation. Ohne diese wäre der atemberaubende kulturelle und technologische Fortschritt der Menschheit undenkbar gewesen.

Hrdy liefert faszinierende Belege aus einem weiten Spektrum an Disziplinen, vor allem aus der Primatenforschung und aus ethnologischen Feldstudien an den letzten Jäger- und Sammler-Gesellschaften. Ihre Erkenntnisse berühren nicht bloß unser Selbstverständnis als Menschen, sondern werfen auch die Frage auf, was eigentlich passiert, wenn wir die evolutionäre Errungenschaft Empathie wieder verkümmern lassen.

© Text und Bild Berlin Verlag

Rezension bei spektrumdirekt:
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Kommentar:
Eindrucksvoll und fundiert zeigt die Soziobiologin Sarah Bluffer Hrdy, dass nicht der oft bemühte Konkurrenzkampf dem Menschen zu evolutionärem Erfolg verholfen hat, sondern seine Fähigkeit zu Empathie und Kooperation. Sehr detailliert widerlegt Hrdy gängige Vorstellungen über das Leben von Naturvölkern und frühmenschlicher Familienverbände.