Weiterführende Literatur

Zhuangzi - Meister der Spiritualität, Günter Wohlfart, Herder spektrum, 2002, ISBN 3-451-05097-8
Zhuangzi
Meister der Spiritualität
Günter Wohlfart
Herder
Das Tao der Weisheit: Laozi - Daodejing - Hilmar Klaus. Mainz Verlag, 2008
Das Tao der Weisheit
Laozi - Daodejing
Hilmar Klaus
Mainz Verlag

Wú Wéi - 無 爲 - Nicht Handeln

"Wuwei heißt, nicht eigenwillig in das natürlich 'von-selbst-so-Verlaufende' (ziran) einzugreifen und ihm zuwiderzuhandeln, sondern von dem 'Miteinander-so-Verlaufenden' auszugehen und ihm zu entsprechen. Wuwei heißt, sich der jeweiligen Situation gemäß zu 'verhalten', auf sie zu antworten und ihr gerecht zu werden. Dies ist verantwortliches Verhalten, 'kommunikatives Tun und Lassen', im daoistischen Sinn. Wuwei ist situationales Handeln. Wuwei bedeutet also meistens nicht Gelassenheit im Sinne des Unterlassens, sondern vielmehr im Sinne des selbstvergessenen Sich-Einlassens auf das jeweils Gegebene." Zhuangzi, Günter Wohlfart, Herder, 2002, S. 39

"Wuwei bedeutet ein Handeln ohne den Dualismus von Subjekt und Objekt, ohne ein Ego, das handelt. Wuwei ist ein absichtsloses, selbstvergessenes Handeln, das ganz selbstverständlich, wie 'von selbst' (ziran) der jeweiligen Situation entspricht." Zhuangzi, Günter Wohlfart, Herder, 2002, S. 98

Dào Dé Jīng - 道 德 經 - Kapitel 37

道 常 無 為dào cháng wú wéiDào - ewig ohne eingreifendes Handeln
而 無 不 為ér wú bù wéidoch bleibt nichts ungetan
侯 王 若 能 守 之hóu wáng ruò néng shǒu zhīFürsten und Könige - wenn ihr fähig seid, Euch daran zu halten
萬 物 將 自 化wàn wù jiāng zì huàalle Wesen werden sich künftig von selbst entwickeln
化 而 欲 作huà ér yù zuòentwickelten sie sich, und begehrten doch einzugreifen
吾 將 鎮 之 以 無 名 之 樸wú jiāng zhèn zhī yí wú míng zhī pūich würde sie schützen mittels des Namenlosen Schlichtheit
無 名 之 樸 夫 亦 將 無 欲wú míng zhī pū fū yì jiāng wú yùDes Namenlosen Schlichtheit, wahrlich, belässt sie wieder fortan ohne Begehren
不 欲 以 靜bù yù yǐ jìngOhne Begehren, daher in Harmonie
天 下 將 自 定tiān xià jiāng zì dìngalle Welt wird künftig selbst-bestimmt

Laozi - Daodejing - Kapitel 37
Das Tao der Weisheit, Hilmar Klaus, Mainz Verlag, 2008, S. 166

Dào Dé Jīng - 道 德 經 - Kapitel 48

為 學 日 益wéi xué rì yìPraktiziere das Lernen: tägliche Anhäufung
為 道 日 損wéi dào rì sǔnpraktiziere das Dào: tägliches Loslassen
損 之 又 損sǔn zhī yòu sǔnLoslassen und wieder loslassen
以 至 於
無 為
yǐ zhì yú
wú wéi
so gelange zum
nicht-eingreifenden Handeln
無 為
而 無 不 為
wú wéi
ér wú bù wéi
nicht-eingreifendes Handeln
doch bleibt nichts unerledigt
取 天 下 常 以
無 事
qǔ tiān xià cháng yǐ
wú shì
Gewinne die Welt stets durch
Nicht-Geschäftigkeit
及 其 有 事jí qí yǒu shìzu erlangen sie mittels Geschäftigkeit
不 足 以 取 天 下bù zú yǐ qǔ tiān xiàist nicht genug zur Eroberung der Welt

Laozi - Daodejing - Kapitel 48
Das Tao der Weisheit, Hilmar Klaus, Mainz Verlag, 2008, S. 226

Zhuāngzǐ - 莊 子 - Kapitel 1

Unbekümmertes Wandern - 逍 遙 遊 - Xiāo Yáo Yóu

(1.5) "Nun hast du diesen großen Baum und sorgst dich wegen seiner Nutzlosigkeit (wu yong). Warum pflanzt du ihn nicht im Land 'ohne Warum' (wu he) in die offene Weite der Wildnis? Streife nichtstuend (wuwei) an seiner Seite umher und leg dich hin zu einem sorglosen (xiao yao) Schläfchen unter ihn. Er wird nicht durch die Axt jung sterben, kein Ding fügt ihm Schaden zu. Da er zu nichts nutze ist, wie könnte er da Not leiden?" Zhuangzi, Günter Wohlfart, Herder, 2002, S. 37

Zhuāngzǐ - 莊 子 - Kapitel 6

Der große Ahn und Meister - 大 宗 師 - Dà Zōng Shī

(6.3) "Der Weg (dao) hat Umstände (und einen Sachverhalt) und hat (zuverlässige) Zeichen, er ist ohne (Zu)Tun (wuwei) und ohne Form." Zhuangzi, Günter Wohlfart, Herder, 2002, S. 97

(6.6) "Sie (die Weisen, die auf dem Weg [dao] sind) wandern frei und sorglos (xiao yao) und gehen der Beschäftigung des Nichthandelns (Nichttuns) (wuwei) nach." Zhuangzi, Günter Wohlfart, Herder, 2002, S. 38

Zhuāngzǐ - 莊 子 - Kapitel 25

Der Sonnige - 則 陽 - Zé Yáng

Da er keinen Namen hat, tut er nichts;
da er nichts tut, bleibt nichts ungetan.
Die Jahreszeiten haben ihren Anfang und ihr Ende;
die Zeitalter haben ihre Wandlungen und Entwicklungen.
Unglück und Glück sind in ständigem Fluss;
wo sie sich einstellen, bringen sie hier etwas
Angenehmes, da etwas Unangenehmes.
Da jedes Einzel-Ich einen anderen Standpunkt bezieht,
gibt es das Rechte und das Falsche.

Zhuangzi - Das klassische Buch daoistischer Weisheit
Mair (Hrsg.), Schuhmacher (Übers.), 2008, Windpferd, S.304

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