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Weiterführende Literatur

- Gelassenheit
Geschichte und Bedeutung
Voigt / Meck
Primus Verlag

- Gelâzenheit und abegescheidenheit
Panzig
Evangelische Verlagsanstalt
Gelassenheit
Wer sich gänzlich einen Augenblick liesse, dem würde alles gegeben

- Portal Predigerkirche Erfurt
Das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst
Von 1294 bis 1298 war Meister Eckhart Prior des Dominikanerklosters in Erfurt
"Das Wort Gelassenheit ist ein Wort der deutschen Sprache. Es ist in der deutschen Mystik, wohl von Meister Eckhart, gebildet und deshalb einzigartig und unübersetzbar."
(Bundschuh 1990, S. 110).
"Die heutige Bedeutung nimmt ihren Ausgangspunkt in der Sprache der Mystik, wo das Adjektiv (mittelhochdeutsch) gelâzen "gottergeben" bedeutete und über "ruhig (im Gemüt)" im Pietismus des 18. Jhs. zur heutigen Bedeutung gelangte." Abstraktum: Gelassenheit."
(Kluge 2002)
In der heutigen Umgangssprache beschreibt der Begriff "Gelassenheit" meist ein ruhiges und entspanntes Verhältnis zu den Anforderungen des stressigen Lebensalltages. Seinem Ursprung nach ist es aber ein Wort aus der Lehre des Meister Eckhart. "Mit lâzen wird die Selbstentäußerung bezeichnet, die unter Preisgabe des Eigenwillens zur gehorsamen Annahme des göttlichen Willens vorbereitet. Lâzen meint eine Entbindung vom Ich, der der Eingang Gottes folgt." (Panzig, 2005, S. 99)
"Erst im Gelassensein - und Meister Eckhart schließt auf oberer Ebene sogar den eigenen Willen aus - kann die höchste Wirklichkeit erfahren werden, es führt zu ihr hin." (Voigt u. Meck, 2005, S. 146)
"Wer sich gänzlich einen Augenblick liesse, dem würde alles gegeben. Wäre dagegen ein Mensch zwanzig Jahre lang gelassen und nähme sich selbst auch nur einen Augenblick zurück, so ward er noch nie gelassen. Der Mensch, der gelassen hat und gelassen ist und der niemals mehr nur einen Augenblick auf das sieht, was er gelassen hat, und beständig bleibt, unbewegt in sich selbst und unwandelbar, - der Mensch allein ist gelassen."
Meister Eckhart, Predigt 13, Qui audit me, Quint S. 217
"Darum fang zuerst bei dir selbst an und laß dich! Wahrhaftig, fliehst du nicht zuerst dich selbst, wohin du sonst fliehen magst, da wirst du Hindernis und Unfrieden finden, wo immer es auch sei. Die Leute, die da Frieden suchen in äußeren Dingen, sei's an Stätten oder in Weisen, bei Leuten oder in Werken, in der Fremde oder in Armut oder in Erniedrigung - wie eindrucksvoll oder was es auch sei, das ist dennoch alles nichts und gibt keinen Frieden. Sie suchen völlig verkehrt, die so suchen. Je weiter weg sie in die Ferne schweifen, um so weniger finden sie, was sie suchen. Sie gehen wie einer, der den Weg verfehlt: Je weiter der geht, um so mehr geht er in die Irre. Aber, was soll er denn tun? Er soll zuerst sich selbst lassen, dann hat er alles gelassen. Fürwahr, ließe ein Mensch ein Königreich oder die ganze Welt, behielte aber sich selbst, so hätte er nichts gelassen. Läßt der Mensch aber von sich selbst ab, was er auch dann behält, sei's Reichtum oder Ehre oder was immer, so hat er alles gelassen. [...] Richte dein Augenmerk auf dich selbst, und wo du dich findest, da laß von dir ab; das ist das Allerbeste."
Meister Eckhart, Reden der Unterweisung, Quint S. 55
Mehr Informationen zu Gelassenheit
- Gelassenheit bei Wikipedia
de.wikipedia.org/wiki/Gelassenheit - Informationen zu Meister Eckhart
www.michaelditsch.de/spiritualitaet-lebenskunst/meister-eckhart.html - Von der Gelassenheit: Lebensziel und Weg
Voigt / Meck, 2008, Topos - Die Bedeutung von gelassen und die Bedeutung der Gelassenheit in den deutschen Werken Meister Eckharts unter Berücksichtigung seiner lateinischen Schriften
Adeltrud Bundschuh, 1990, P. Lang (Frankfurt am Main, New York) - Kluge, Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache
24. Auflage, 2002 - Meister Eckehart, Deutsche Predigten u. Traktate
Josef Quint, 2007, Nikol Verlag
"Ich komme, ich weiß nicht woher,
Ich bin, ich weiß nicht wer,
Ich sterb', ich weiß nicht wann,
Ich geh', ich weiß nicht wohin,
Mich wundert's, dass ich so fröhlich bin"
Spruch aus dem Mittelalter, aus Voigt u. Meck, 2005, S. 161
