Klimawandel

Folgen, Anpassung und Verwundbarkeit

Die Aussage "Klimawandel hat es schon immer gegeben" wird oft verwendet, wenn es wegen Maßnahmen zur Reduktion von CO2-Emissionen zu Auseinandersetzungen und Diskussionen kommt. Natürlich gab es im Laufe der Erdgeschichte schon immer Veränderungen des globalen Klimas mit Heiß- und Eiszeiten, in deren Folge es zu extremen Wetterereignissen und dramatischen Veränderungen der Biosphäre, der Gesamtheit aller Lebensräume und Lebewesen, gekommen ist. Allerdings lebten damals nicht ca. 8 Milliarden Menschen auf diesem Planeten, die von der Lebensmittelproduktion auf landwirtschaftlich nutzbaren Flächen abhängig waren. Außerdem ist die derzeitige globale Erwärmung mittlerweile eindeutig auf einen menschengemachte Klimawandel zurückzuführen (IPCC 2021). Am 28. Februar 2022 wurde in Deutschland der sechste IPCC Sachstandsbericht (Intergovernmental Panel on Climate Change - "Weltklimarat") mit dem Beitrag der Arbeitsgruppe II "Folgen, Anpassung und Verwundbarkeit" vorgestellt.

"Mehr Warnung geht nicht: Der Klimawandel treffe Mensch und Natur stärker als prognostiziert, und seine Folgen würden früher eintreten als prognostiziert: Das ist die Kernbotschaft des am Montag vorgelegten zweiten Teils des sechsten Sachstandsberichts des Weltklimarats (IPCC). Die Erderwärmung habe verheerende Folgen für alle Bereiche des Lebens. Darum müssten die Regierungen der 195 Staaten der Klimarahmenkonvention umgehend handeln. Wie sich das Allerschlimmste noch verhindern lässt, skizzieren die weltweit führenden Klimaexperten in Form von Lösungsansätzen: Naturschutz steht für sie auf Augenhöhe mit der Reduktion von Treibhausgasen, auch eine größere soziale Gerechtigkeit sehen sie als entscheidende Voraussetzungen dafür an, einen lebenswerten Planeten für alle zu erhalten. Der bislang politischste aller sechs IPCC-Berichte gibt den Staaten Rückenwind, die bei der bevorstehenden Weltbiodiversitätskonferenz den Schutz von mindestens 30 Prozent der Erde und der Ozeane durchsetzen wollen." (Krumenacker 2022)

"Es ist eindeutig, dass der Einfluss des Menschen die Atmosphäre, den Ozean und die Landflächen erwärmt hat. Es haben weitverbreitete und schnelle Veränderungen in der Atmosphäre, dem Ozean, der Kryosphäre und der Biosphäre stattgefunden." (IPCC 2021)

"Das Ausmaß der jüngsten Veränderungen im gesamten Klimasystem – und der gegenwärtige Zustand vieler Aspekte des Klimasystems – sind seit vielen Jahrhunderten bis Jahrtausenden beispiellos." (IPCC 2021)

"Der von Menschen verursachte Klimawandel, einschließlich häufigerer und intensiverer Extremereignisse, hat weitverbreitete negative Folgen und damit verbundene Verluste und Schäden für Natur und Menschen verursacht, die über die natürliche Klimavariabilität hinausgehen." (IPCC 2022)

"Sollte die globale Erwärmung in naher Zukunft 1,5 °C erreichen, würde sie unvermeidbare Zunahmen vielfältiger Klimagefahren verursachen und vielfältige Risiken für Ökosysteme und Menschen mit sich bringen." (IPCC 2022)

Quellen

  • IPCC (2021): Sechster IPCC-Sachstandsbericht (AR6). Beitrag von Arbeitsgruppe I: Naturwissenschaftliche Grundlagen. Hauptaussagen aus der Zusammenfassung für die politische Entscheidungsfindung (SPM). Herausgeber und deutsche Übersetzung: Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle und DLR Projektträger. Version vom 29. Oktober 2021.
  • IPCC (2022): Sechster IPCC-Sachstandsbericht (AR6). Beitrag von Arbeitsgruppe II: Folgen, Anpassung und Verwundbarkeit. Hauptaussagen aus der Zusammenfassung für die politische Entscheidungsfindung (SPM). Herausgeber und deutsche Übersetzung: Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle und DLR Projektträger. Version vom 28. Februar 2022.
  • Krumenacker, Thomas (2022): Entscheidende Jahre für die Welt, [online] www.spektrum.de/news/ipcc-sachstandsbericht-entscheidende-jahre-fuer-die-welt/1993213 [31.03.2022]

Literatur

Lesetipp: IPCC AR6 - Arbeitsgruppe II: Folgen, Anpassung und Verwundbarkeit

Der Beitrag von Arbeitsgruppe II zum Sechsten IPCC-Sachstandsbericht (AR6-WGII) wurde bei der 55. IPCC-Plenarsitzung (14.-27. Februar 2022, virtuell) verabschiedet. Der Bericht bewertet die Folgen des Klimawandels. Dabei werden Ökosysteme und die biologische Vielfalt weltweit bis hin zur regionalen Ebene sowie die Folgen für Mensch und Gesellschaft, Kulturen, Siedlungen und Infrastrukturen betrachtet. Der Bericht untersucht Verwundbarkeiten sowie Anpassungskapazitäten und -grenzen natürlicher Systeme und menschlicher Gesellschaften. Auf diese Weise liefert er Informationen über Anpassungs- und Minderungsmaßnahmen zur Verringerung klimabedingter Risiken und zeigt Optionen für die Schaffung einer nachhaltigen, resilienten und gerechten Zukunft für alle auf. © Bild und Text IPCC. IPCC (2022): Sechster IPCC-Sachstandsbericht (AR6). Beitrag von Arbeitsgruppe II: Folgen, Anpassung und Verwundbarkeit. Hauptaussagen aus der Zusammenfassung für die politische Entscheidungsfindung (SPM). Herausgeber und deutsche Übersetzung: Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle und DLR Projektträger. Version vom 28. Februar 2022.

Videos

IPCC Sixth Assessment Report - Climate Change 2021: The Physical Science Basis (Trailer)

IPCC ClimateReport Working Group II Sixth Assessment Report trailer 2022

IPCC Working Group III Sixth Assessment Report trailer 2022

Mehr Informationen