Tiefenökologie

Wie wir in Zukunft leben wollen

Der Begriff "Tiefenökologie" wurde 1973 von dem norwegischen Philosophen Arne Naess ausgearbeitet. Auf die Frage, was das "Tiefe" an der Tiefenökologie ist, antwortet Arne Naess: "... die Gestaltung einer nachhaltigen Welt ist nicht nur eine Frage der umweltfreundlichen Technik und der möglichst nachhaltigen Ökonomie, sondern es ist auch eine Frage der Lebens- und Weltanschauung. ... Die Prämissen und Fragen sind tiefer. Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht nicht die Frage der Nützlichkeit für den Menschen. Wir stellen statt dessen die Frage: Was ist ein Leben, das würdig für Menschen ist. Wir stellen solche Fragen, weil wir doch im Innern so tief mit der Natur zusammenhängen, dass wir nicht die Natur zerstören können, ohne uns selbst zu zerstören. Wenn wir mit dieser tiefsten Frage anfangen, dann verändern sich die Schwerpunkte und Prioritäten."
Arne Naess, in Politik des Herzens, S. 107

Buchtipp

Nachhaltige Konzepte für das 21. Jahrhundert. Gespräche mit Vordenkern und Visionären.
Dieses Buch besteht aus Interviews mit Politikern, Umweltschützern, Wissenschaftlern u.v.m. über deren Ideen, Anregungen und Kritiken an eine nachhaltige Umweltpolitik für das 21. Jahrhundert. Wie lange können wir so weitermachen, wie wir machen?
Politik des Herzens, Geseko von Lüpke, Arun-Verlag, 2008
ISBN-13: 978-3935581332

  1. Das neue Bild der Erde
    Die neue Sicht auf die Evolution des Menschen und seine Rolle im Universum - Thomas Berry, Hans-Peter Dürr, James Lovelock, Rupert Sheldrake, Friedrich Cramer, Elisabeth Sathouris.
  2. Das Netz des Lebens
    Die ökologische Sichtweise als neue Kernwissenschaft und die philosophische Alternative der Tiefenökologie in Gesprächen mit ihren wichtigsten Protagonisten - Fritjof Capra, Joanna Macy, Arne Naess, Dolores La Chapelle.
  3. Leben in lebenden Systemen
    Die systemische Sichtweise und ihre kulturelle Auswirkungen - Ervin Laszlo, Gerd Binnig, Bert Hellinger.
  4. Ancient Futures – Aus der Vergangenheit lernen
    Der "aufgeklärte Traditionalismus", der das Wissen unserer Vorfahren für die Bewältigung aktueller Probleme neu entdeckt und nutzen will - Helena Norberg-Hodge, Malidoma Some, Galsan Tschi-nag, Steven Foster & Meredith Little, Holger Kahlweit.
  5. Die Kunst des Haushaltens: Die Versöhnung von Ökologie und Ökonomie
    Mit den Grenzen des Wachstums sind neue nachhaltige Konzepte für die Wirtschaft zur Überlebensbedingung geworden. Statt Ökologie als wettbewerbsfeindlich zu diffamieren, werden nachhaltige Formen des Wirtschaftens im 21. Jahrhundert zur ökonomischen Überle-bensfrage werden - Donella Mae-dows, Amory Lovins, Wangari Matai, Vandana Shiva, Manfred Max-Neef.
  6. Erdpolitik: Auf dem Weg in eine zukunftsfähige Gesellschaft
    Im sechsten Kapitel werden die neuen ökologisch-systemischen Grundwerte auf die politische Gestaltung übersetzt - Ernst Ulrich von Weizäcker, Klaus Bosselmann, Jose Lutzenberger, Edward Goldsmith, Julia Butterfly Hill, Klaus-Michael Mayer-Abich, Naomi Klein.
  7. Wachstum ins Undenkbare: Die innere Evolution
    Die neue ganzheitlich-systematische Sichtweise wird auf die Psychologie ausgedehnt - Stanislaf Grof, Wolf Büntig, Mihali Chikszentmihalyi, Joachim Galuska, Kenneth Ring.
  8. Spirituelle Ökologie und ökologisches Christentum
    Die Grenzen zwischen religiöser und ökologischer Ethik haben sich verwischt, seitdem es zum zentralen Ziel ökologischer Bildung geworden ist, das Weltbild und Bewußtsein der Menschen so zu ändern, daß sie zu einem nachhaltigen Umweltverhalten kommen - Matthew Fox, David Steindl-Rast, Eugen Drewermann, Henryk Skolimowsky, Bede Griffiths

© Text und Bild Arun Verlag