Ernährungsmedizin

Lasst Nahrung Eure Medizin sein und Medizin Eure Nahrung

Dem griechischen Arzt Hippokrates (460-370 v.Chr.) wird der Spruch zugeschrieben: "Lasst Nahrung Eure Medizin sein und Medizin Eure Nahrung". Aber auch in anderen Kulturen war die Bedeutung der Ernährung für die Gesundheit des Menschen wohl bekannt.

"Die Chinesen betrachten das Essen tatsächlich nicht nur als Mittel zum Stillen des Hungers und als Annehmlichkeit ob des vorzüglichen Geschmacks, sondern auch als Präventivmaßnahme gegen Krankheiten. Ernährungstherapie ist in China eine alte Disziplin ... In der chinesischen Medizin gibt es jedenfalls folgendes Sprichwort: 'Medizin und Essen entspringen derselben Quelle.'" Yu Huan Zhang, Ken Rose; 2010; S. 81

"Auch das am meisten geschätzte Buch der chinesischen Medizin, 'Des Gelben Kaisers Klassiker der inneren Medizin', gibt folgenden Rat: 'Nimm Heilkräuter, um Krankheiten zu eliminieren, und folge der Rezeptur mit einer Diät, die den Patienten nährt.' Durch diese Beispiele wird sehr deutlich, dass bei der Behandlung von Krankheiten nicht zwischen Ernährung und Medizin unterschieden wurde und nicht das akute Stadium von Krankheiten, sondern auch das Stadium der Rekonvaleszenz berücksichtigt wurde, in dem es vor allem gilt, den Genesenden zu nähren." Yu Huan Zhang, Ken Rose; 2010; S. 83

Die Bedeutung von Art und Qualität der Ernährung für die Prävention von Krankheiten wird heutzutage auch von Ernährungswissenschaftler und Mediziner anerkannt: "Mit anderen Worten bewegt sich der Schwerpunkt der Ernährungsforschung weg davon, lediglich Mangelkrankheiten verhindern zu wollen, und strebt stattdessen eine Optimierung des Gesundheitszustands und eine Lebensverlängerung bei gleichzeitiger Verbesserung der Lebensqualität an." Biesalski, Bischoff, Puchstein; 2010; S. 304

Buchtipp: Mit Ernährung heilen

Andreas Michalsen möchte mit seinem Buch unser Bewusstsein schärfen für eine kluge und gesunde Ernährung und bringt die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Heilfasten, Intervallfasten und Ernährung mit der Tradition und medizinischen Erfahrung in Einklang. Auf seine sehr persönliche, kompetente und überzeugende Art vermittelt er sein Wissen über eine mehr pflanzlich orientierte Ernährung, und auch im Alltag leicht durchführbare Fastenprogramme. Er zeigt, dass eine gezielte Ernährung und Fasten hochwirksam in der Vorbeugung und Behandlung zahlreicher Erkrankungen und der Schlüssel für die Förderung der Selbstheilung sind. Er beschreibt die wichtigsten Nahrungsmittel und ihre Nährstoffe, die gesündesten Ernährungsformen – von mediterraner Kost über vegetarisch bis vegan – und welche Art von Fasten – Heilfasten, Teilfasten, Scheinfasten, oder Intervallfasten – in welcher Form zu wem am besten passt. Die neuesten Erkenntnisse aus der Praxis und aus Studien am Immanuel Krankenhaus Berlin und der Charité ergänzt er um weitere aktuelle Forschungsergebnisse. © Bild und Text Insel. Mit Ernährung heilen, Besser essen - einfach fasten - länger leben, Neuestes Wissen aus Forschung und Praxis, Andreas Michalsen, Insel Verlag, 2019

Prof. Andreas Michalsen stellt sein Buch "Mit Ernährung heilen" vor

Antientzündliche Ernährung

Eine Entzündung (Inflammation) ist die natürliche Reaktion des Körpers auf schädliche Reize. Durch eine Entzündung sollen die Ursachen eines Reizes, z.B. Krankheitserreger oder Fremdstoffe, entfernt und die Voraussetzungen für den Heilungsprozess geschaffen werden. Allerdings gibt es auch Entzündungsverläufe, die selbst eher schaden und daher antientzündliche Behandlungen erfordern.

"Fettgewebe ist keine faule, sondern eine aktive Masse mit sehr reaktionsfreudigem Charakter. Inzwischen verdichtet sich die Erkenntnis, dass Fettzellen nicht nur wie am Fließband Botenstoffe und Hormone, die sogenannten Adipokine, produzieren, die Stoffwechselprozesse entscheiden, sondern auch anfällig für eine krank machende Entzündung sind." (Fleck 2019: 48)

"Eine Kaskade immunologischer Folgereaktionen wird initiiert, die Fettzellen erkranken an der 'stummen Entzündung'. Diese chronische Entzündung, auch 'silent inflammation' genannt, ist besonders kritisch. Die erkrankten Fettzellen sorgen dafür, dass sich die Entzündung wie eine Infektion im ganzen Körper ausbreitet." (Fleck 2019: 48)

"Weniger Entzündungen im Körper, weniger Bauchfett oder ektopes Fett und weniger Fett an falschen Stellen: Das ist das Ziel. Nur so ist ein Körper bestmöglich vor Übergewicht und Krankheit geschützt. Die Entzündungshemmung durch innovative ernährungsmedizinische Strategien birgt ein großes gesundheitliches Potezial." (Fleck 2019: 50)

Fleck, Anne (2019): Schlank! und gesund mit der Doc Fleck Methode. Band 1: Die Grundlagen. München: Goldmann Verlag

Buchtipp: Schlank! und gesund mit der Doc Fleck Methode

Dr. med. Anne Fleck, renommierte Präventiv- und Ernährungsmedizinerin, gelingt, woran viele scheitern: Ihre Methode lässt überflüssige Fettpolster kontinuierlich schmelzen. Mit einer kohlenhydratarmen und antientzündlichen Ernährung wird die Darmflora neu aufgebaut und inneres Bauchfett bekämpft. Zudem sinken die Risiken für Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes, Demenz und Krebs. Die Doc Fleck Methode beruht auf neuesten Erkenntnissen der Ernährungsforschung und ist einfach umzusetzen. © Bild und Text Goldmann. Schlank! und gesund mit der Doc Fleck Methode - Band 1: Die Grundlagen, Dr. med. Anne Fleck, Goldmann, 2019.

Mikrobiom und Psyche

"Die meisten dieser Bakterien, Phagen, Viren und Pilze befinden sich im Darm. Er bietet ihnen Schutz und Nahrung. Im Gegenzug regeln sie die Verdauung und produzieren lebenswichtige Vitamine und zahlreiche andere Stoffe. Die Mikroorganismen schützen unseren Körper aber auch vor Krankheiten, indem sie das Immunsystem unterstützen. Und sie stehen in ständigem Austausch mit dem Gehirn. Auf diese Weise kann das Mikrobiom beeinflussen, wie Menschen fühlen, denken und handeln. Seine Beschaffenheit hat, da sind sich Forscher inzwischen sicher, direkte Auswirkungen darauf, wie anfällig jemand für psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder Schizophrenie ist. Klar ist inzwischen auch: Wie gut es dem eigenen Mikrobiom geht, haben wir selbst in der Hand. Denn seine Zusammensetzung hängt von Faktoren wie Stress, Medikamenten und unserer Ernährung ab." (Jimenenz, 2020)

"Ganz allgemein ist die Ernährung ein zentrales Stellrad, um das Mikrobiom im Darm vielfältig und damit gesund und widerstandsfähig zu halten. Wer die Mikrobengemeinschaft in seinem eigenen Bauch fördern will, tut deshalb im ersten Schritt gut daran, sich zu überlegen, was auf dem eigenen Speiseplan landet - und was nicht. Speisen wie Jogurt, Kefir, Cheddar, Parmesan, Gruyère, saure Gurken, Sauerkraut oder Produkte auf Sojabasis wie etwa Kimchi oder Miso fördern die Vielfalt im Darm. Ballaststoffreiche Lebensmittel enthalten zudem oft so genannte Präbiotika: Stoffe, die der Mensch nicht verwerten kann, die aber beispielsweise Lactobacillus- und Bifidobacterium-Bakterien als Nahrung dienen. Sie stecken unter anderem in Chicoreé, Zwiebeln, Knoblauch, Spargel, Getreide, Artischocken und Bananen." (Jimenenz, 2020)

Jimenenz, Fanny: "Mikrobiom - Stimmungsmacher im Darm", in Spektrum Psychologie 3/20, 2020, S. 26

Literatur

Buchtipp: Dr. Jacobs Weg des genussvollen Verzichts

Trotz hoher medizinischer Standards nehmen Zivilisationskrankheiten immer weiter zu. Was sind die wirklichen Ursachen? Und was können wir dagegen tun? Dieses Fachbuch mit über 1400 zitierten Studien erklärt die vielen Widersprüche in Ernährungsfragen und liefert ein mehrdimensionales Gesamtbild. Es vereint persönliche Anwendungs- und Erfahrungswerte mit den epidemiologisch und klinisch erfolgreichsten Ernährungskonzepten der Welt unter Berücksichtigung der Insulin-, pH- und Redox-Balance in einem praxisnahen Ernährungsplan. Nachhaltige Gesundheit bedeutet auch Verzicht auf das, was schadet, aber in vielerlei Hinsicht einen großen Gewinn. Die Ernährungsumstellung ist eine kulinarische Entdeckungsreise. © Bild und Text Nutricamedia. Dr. Jacobs Weg des genussvollen Verzichts, Dr.med. Ludwig Manfred Jacob, Nutricamedia Verlag, 2013

Buchtipp: Ernährungsmedizin

"Lasst Nahrung eure Medizin sein und Medizin eure Nahrung" (Hippokrates, altgriechischer Philosoph und Arzt, 460 v. Chr.). Das Wissen, wie Nahrung helfen kann, Krankheiten zu lindern oder gar zu vermeiden, nimmt ständig zu. Die moderne Ernährungsmedizin bewegt sich weg vom Schwerpunkt Mangelkrankheiten vermeiden und strebt stattdessen die Optimierung des Gesundheitszustands und Verbesserung der Lebensqualität an. © Text und Bild Thieme. Ernährungsmedizin - Nach dem Curriculum Ernährungsmedizin der Bundesärztekammer und der DGE; Hans-Konrad Biesalski, Stephan C. Bischoff, Christoph Puchstein (Herausgeber); Thieme; 2010. Rezension bei Spektrumdirekt.de: www.spektrum.de/rezension/ernaehrungsmedizin/1127178

Buchtipp: Kursbuch gesunde Ernährung

Die Ernährungs-Expertin und Medizin-Journalistin Ingeborg Münzing-Ruef zeigt, welche Lebensmittel zur gesunden Nahrung zählen und wie diese vorbeugend und heilend eingesetzt werden können: zum Beispiel im Kampf gegen die großen Leiden unserer Zeit - von Osteoporose und Schlaflosigkeit bis hin zu Herzinfarkt und Krebs. Kursbuch gesunde Ernährung - Die Küche als Apotheke der Natur, Ingeborg Münzing-Ruef, Heyne, 2000

Buchtipp: Die 100 wichtigsten Lebensmittel

Die richtige Ernährung kann vor vielen Volkskrankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes oder Rheuma schützen. Ob Obst oder Gemüse, Fisch oder Fleisch, Getreide oder Kräuter, schon mit relativ wenigen Grundnahrungsmitteln kann man sich gesund ernähren. Das Buch beschreibt 100 wichtigsten Lebensmittel, die besonderen Einfluss auf die Gesundheit haben, die enthaltenen Inhaltsstoffe, ihre Bedeutung für unser Wohlergehen und ihre Wirkung im Körper. Enthalten sind außerdem Zubereitungsempfehlungen und Vitalrezepte. Die 100 wichtigsten Lebensmittel · Mit der richtigen Ernährung vor Krankheiten schützen, Schlett, Holland & Josenhans, 2006

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Feeding Our Health Defenses (William Li) | DLD Munich | 19th Jan 2020


Das Brot vom Korn,
das Korn vom Licht,
das Licht aus Gottes Angesicht.
Die Frucht der Erde
aus Gottes Schein,
laß Licht auch werden
im Herze mein.

Rudolf Steiner zitiert aus: Kursbuch gesunde Ernährung - Die Küche als Apotheke der Natur, Ingeborg Münzing-Ruef, Heyne, 2000, S 590