Laozi - 老子 - Lǎozǐ

Buchtipp

Die vorliegende Schrift stellt erstmals wortgemäße, sinngemäße und poetische Übersetzung synoptisch neben das chinesische Original samt Lautschrift und erleichtert so auch neuen Freunden des Tao den Zugang. Fortgeschrittene finden vielfache Anregungen zur Vertiefung in Fußnoten, dem Vergleich mit den jüngsten Manuskriptfunden Mawangdui und Guodian sowie einer umfangreichen weiterführenden Quellensammlung (auch audiovisuell und internetbezogen). Und nun: Jede Reise beginnt mit einem ersten Schritt! Kap. 64. Text und Bild Mainz Verlag. Das Tao der Weisheit: Laozi - Daodejing - Hilmar Klaus. Mainz Verlag, 2008, ISBN: 978-3810700414
Website zum Buch: www.tao-te-king.org

Quellen

  • Eine Synopse und kommentierte Übersetzung des Buches Laozi sowie eine Auswertung seiner gesellschaftskritischen Grundhaltung
    Ansgar Gerstner, Dissertation Universität Trier, 2001

Daodejing - 道 德 经 - Dàodéjīng

Das Buch vom Dào und vom Dé

DàoLauf, Weg, Fluss, Prinzip und Sinn
Kraft, Leben und Charisma, Tugend, Güte
JīngLeitfaden bzw. eine klassische Textsammlung

"Bei einem so alten und in der Vergangenheit bereits so vielfach kopierten Text bleiben Verständnisprobleme auch für den Spezialisten nicht aus: Die im Original verwendete Sprache ist in ihren Begriffen vieldeutig, es gibt zahlreiche Textvarianten, und vieles von dem, was im chinesischen Original noch einigermaßen verständlich sein mag, ist schwer in die Worte einer westlichen Sprache mit ihren grammatischen Kategorien zu fassen. Bestimmte Begriffe sind vielschichtig in ihrer Bedeutung, und sehr oft lässt auch der inhaltliche Kontext eine ganze Reihe verschiedenster Übersetzungsmöglichkeiten offen. Es liegt also in der Natur des Originaltextes dieses Werkes, dass die bisher vorhandenen Übersetzungen des DAODEJING in westliche Sprachen weniger qualitativ denn inhaltlich divergieren, was ihre eigentlichen Aussagen angeht, und es so etwas wie die 'richtige' Übersetzung des DAODEJING eigentlich gar nicht geben kann." Zitiert aus dem Vorwort zu Laozi Daodejing, Muhammad W.G.A. Schmidt (Übersetzer), 2009

Das Daodejing als politische Schrift

Das Daodejing gilt als der meistübersetzte Text nach der Bibel. Viele Zitate aus dem klassischen Werk des chinesischen Altertums finden sich mittlerweile in Ratgeberbüchern, auf Kalendern oder Glückwunschkarten und besonders westliche Lehrer ostasiatischer Künste garnieren Ihren Unterricht gerne mit den Weisheiten des Laozi. Wenige machen sich dabei allerdings Gedanken darüber, auf welche Art und Weise die vielen Übersetzungen und Interpretationen des Daodejing entstanden sind, welche Qualifikationen, Interessen oder Biografien die Übersetzer und Interpreten aus dem westlichen Kulturkreis hatten, oder auf welchen historischen Grundlagen die Entstehungsgeschichte des Daodejing beruht. Die Fakten sind ernüchternd. Entstehung und Autorschaft des Daodejing liegen weiterhin im Dunkeln, klassische chinesische Texte sind auch für Sinologen nur schwer zu verstehen und es herrscht oft Uneinigkeit darüber, wie Begriffe der antiken chinesischen Philosophie in westliches Denken zu übertragen sind. Es gibt also sehr viel Spielraum bei der Übersetzung und Deutung des Textes. Ähnlich wie bei vielen anderen ostasiatischen Künsten, Schriften oder Philosophien auch, lässt sich aus der Rezeption in die westliche Kultur eher auf die Befindlichkeiten der beteiligten Personen schließen als auf den Sinngehalt der Originale. Der Sinologe Wolfgang Kubin schreibt daher zurecht: "… wir übersetzen immer nur in die Sprache und den Geist der Zeit. Daher kann es nie eine 'richtige Übersetzung geben, sondern nur eine 'andere'." (Kubin, Zhuang Zi, Herder, 2013, S. 13).

Mittlerweile kann jeder seinen eigenen individuellen Laozi in dem reichhaltigen Textangebot finden. Die teilweise sehr unterschiedlichen Ausgaben des Daodejing dienen als Projektionsflächen für alle möglichen Sehnsüchte und Wünsche und oft sind es zivilisationsmüde und frustrierte Mitglieder unserer westlichen Leistungsgesellschaft die Erlösung in den angeblichen Weisheiten des fernen Ostens suchen. Kann die Vielfalt der Interpretationsmöglichkeiten eingegrenzt werden? Eine mögliche Annäherung an den Sinngehalt des Textes bietet die sozio-historische Betrachtung. So gibt es bereits Übersetzungen, wie z.B. von Ansgar Gerstner oder Hans-Georg Möller, welche das  Daodejing eher als primär gesellschaftspolitisch-kritisches Werk sehen. Der Schlüssel zum Verständnis des Daodejing ist die historische Situation in China zur Zeit der Entstehung des Textes. Eine entscheidende Phase in der Geschichte Chinas ist die Zeit der "Kämpfenden Staaten" (Zhanguo, 453-221 v.Chr., nach Vogelsang, 2012, S. 99) und die anschließende Reichsgründung durch den ersten chinesischen Kaiser Qin Shi Huang Di.

"Während die Regionalfürstentümer sich in der Zeit der 'Kämpfenden Staaten' – Eisenguss und Massenheere revolutionierten die Kriegsführung – regelrecht zerfleischten, entstand eine neue Sozialstruktur, in der sich alle Selbstverständlichkeiten der alten Ordnung auflösten." Vogelsang, Kai; Geschichte Chinas; Reclam; 2012; S. 97

So traumatisch und verheerend diese Epoche auch war, so schöpferisch war diese Zeit hinsichtlich der sozialen, kulturellen und philosophischen Entwicklung Chinas. Die damaligen Ereignisse und Errungenschaften prägen China bis heute und haben immer noch großen Einfluss auf das Denken und Handeln. Alle Denkschulen des klassischen Altertums beschäftigten sich mit den Auswirkungen des Zerfalls der alten Gesellschaftsstruktur und waren auf der Suche nach Lösungen zur Wiederherstellung der sozialen Ordnung. Eine Erkenntnisphilosophie im westlichen Sinne wurde dabei nicht entwickelt, der Fokus lag eher auf der konkreten Ausgestaltung einer harmonischen Gesamtordnung. Dabei konkurrierten diese Schule untereinander um die Gunst der jeweiligen Herrscher. Die Stellung des Herrschers wurde dabei kaum in Frage gestellt, da die Funktion des Herrschers als einzige Möglichkeit zur Herstellung eben dieser Ordnung gesehen wurde. Die Gesellschaftsutopie eines natürlichen Urzustandes, welche im Daodejing propagiert wurde, konnte sich letztlich nicht als Staatsform für das neue zentralistische chinesische Kaiserreich durchsetzen. Konfuzianismus und Legalismus lieferten die besseren philosophischen Grundlagen für die Verwaltung und Beherrschung des riesigen Reiches.

Buchtipp

Die spannungsreiche Beziehung zwischen Einheit und Vielfalt steht im Zentrum dieser neuen Geschichte Chinas – und nicht wie traditionellerweise oft das Auf und Ab der berühmten Kaiserdynastien. Kai Vogelsang beschreibt die ganze Fülle der chinesischen Kultur, ihren Reichtum und ihre Diversität, er schildert chinesische Lebensformen und Wunderlichkeiten. Und er verfolgt die Versuche der chinesischen Kultur, die wuchernde Vielfalt zu bändigen, etwa durch die erfundene Tradition des Konfuzianismus, die Schaffung eines Einheitsreiches, den Totalitarismus mit seinen Gewaltexzessen, den Nationalismus der Gegenwart. Nur wer die Vielfalt erkennt, die hinter der Fassade der Einheit wimmelt, kann China in Geschichte und Gegenwart recht verstehen. © Bild und Text Reclam. Vogelsang, Kai; Geschichte Chinas; Reclam; 2012

Buchtipp

Das Daodejing (Tao te king) des Laozi (Lao tse) ist in Ostasien und seit etwa zweihundert Jahren auch im Westen eines der meist gelesenen Bücher überhaupt. Allein auf Deutsch sind über 100 Übersetzungen erschienen - mit zum Teil höchst verschiedenen Deutungen. Hans-Georg Möller ernschließt dieses Hauptwerk des Daoismus neu, indem er die Symbol- und Bilderwelt als Schlüssel versteht. Eine prägnante Einführung in eines der großen Dokumente ostasiatischer Weisheit, das überraschende Perspektiven auf existentielle Grundfragen eröffnet. © Bild und Text Herder Verlag. Laozi- Meister der Spiritualität, Hans-Georg, Möller, Herder-Spektrum, 2003

Buchtipp

Ziel dieser Auseinadersetzung mit der Philosophie Laozis ist die Wiederherstellung des ursprünglichen Sinngehalts des Daodejings (DDJ) sowie der mutmaßlichen Bedeutung der enthaltenen Essenz für den originären Verfasser und dessen Publikum. Im Anschluss an die Bewusstmachung des Kontexts seiner Genesis werden der Text sowie die grundsätzliche Gültigkeit der darin enthaltenen Gedanken deswegen, ganz im Sinne der historischen Hermeneutik, in direktem Bezug auf die soziohistorischen Umstände ihrer Entstehung interpretiert. Mit erstaunlicher Sekurität lässt sich dergestalt konkludieren, dass sich das DDJ als ursprünglich zutiefst politisches Werk primär mit der Realisierung von Frieden und gesellschaftlicher Ordnung beschäftigt. Wie diese Ordnung im Detail auszusehen hat, muss anhand Laozis Hauptthema, der Problematik der Identität und Funktion des "Dao", entschlüsselt werden. Zentrale Fragen, mit denen sich diese Arbeit beschäftigt, sind daher: Was ist das Dao (im DDJ)? In welchem Bezug steht es zur phänomenalen Welt? Wie lebt der Mensch in diesem Dao? Wie hat er es verloren und (wie) kann er es zurückgewinnen? Welche politische Form des Zusammenlebens beschreibt Laozi als optimal? Warum? Über die politische Philosophie im Daodejing; Nicolas Meudt; Bachelor + Master Publishing; 2013

Ausgewählte Übersetzungen des Daodejing

Das Tao der Weisheit
Laozi - Daodejing
Laozi (Autor)
Hilmar Klaus (Übersetzer)
Mainz Verlag (2008)

Das Buch Laozi
Laozi (Autor)
Übersetzungen mehrerer chinesischer Ausgaben mit Kommentaren
Ansgar Gerstner (Übersetzer)
VDM Verlag Dr. Müller (2008)

Tao Te King
Nach den Seidentexten von Mawangdui
Laozi (Autor)
Hans-Georg Möller (Autor)
Fischer Taschenbuch (1995)

Lao Zi (Laotse)
Der Urtext
Laozi (Autor)
Kubin, Wolfgang (Herausgeber und Übersetzer)
Herder (2014)

Laozi Daodejing
Der Klassiker vom Dao und vom De
Laozi (Autor)
Muhammad W.G.A. Schmidt (Übersetzer)
Viademica (2009)

Tao te king
Laozi (Autor)
Gia-Fu Feng, Jane English (Übersetzer)
Diederichs (1994)

Tao Te King
Laozi (Autor)
Das heilige Buch vom Tao
Zensho W. Kopp (Übersetzer)
Schirner (2005)

Das Tao Te King des Laotse
Die 81 Kapitel des chinesischen Klassikers gezeichnet und interpretiert von Tsai Chih-Chung
Chih-Chung Tsai (Illustrator), Yunhai Cui (Übersetzer), Matthias Claus (Übersetzer)
Das klassische China (2008)

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